
Cohousing in Bonnevoie
Dieses neue Wohngebäude in Bonnevoie gibt einem innovativen Konzept – dem „Cohousing“ – die Möglichkeit, sich in Luxemburg zu entwickeln. Das Gebäude besteht aus drei Etagen mit einer Wohnung pro Etage, wobei das Erdgeschoss als geselliger und multifunktionaler Raum genutzt wird. Um das Wohlbefinden der Bewohner zu fördern, wird bei der Auswahl der Materialien auf Gesundheit und Nachhaltigkeit geachtet. Alle Elemente des Gebäudes können demontiert, wiederverwendet oder recycelt werden. Die unterirdischen Teile und die tragende Struktur sind aus Beton/Stahl, die Hülle aus Holzrahmen.
- Bauherr
- Cohousing Bouneweeg SC
- Partner
- BALLINIPITT architectes urbanistes, Daedelus Engineering sàrl
- Art des Auftrags
- Komplettauftrag Spezialtechnik
- Durchführungszeitraum
- 2018-2023
- Bruttofläche
- 850 m²
- Bruttovolumen
- 3.100 m³
Das Dach ist mit Solar- und Photovoltaikpaneelen ausgestattet, die von einer Eisspeicherheizung unterstützt werden. Das Gebäude besitzt die LENOZ-Zertifizierung und hat einen Energieverbrauch von 11 kWh/(m²a). Das Regenwasser vom Dach wird aufgefangen und zur Versorgung der Toiletten wiederverwendet. Ein Recyclingraum befindet sich im Erdgeschoss, um die Mülltrennung zu vereinfachen.
Sanfte Mobilität und geteilte Transportlösungen
Aus Gründen des Umweltschutzes fördert das Projekt außerdem die Nutzung schadstoffarmer Transportmittel. Vor dem Gebäude steht nur eine reduzierte Anzahl Parkplätze zur Verfügung. Das Projekt verfügt jedoch über eine gemeinsame Fahrradstation für alle Bewohner. Das Carsharing-System „Carloh“ ermöglicht es den Bewohnern, weitestgehend auf eigene Autos zu verzichten.

Cohousing: soziale Bindungen neu schaffen
Das Konzept des „Cohousing“ hilft den Bewohnern, soziale Bindungen wiederherzustellen, die heutzutage eher verschwinden.
Gemeinschaftsflächen und Nachbarschaftsbezug
Im Erdgeschoss ist eine offene Terrasse geplant, um Mahlzeiten, Partys oder andere Veranstaltungen abhalten zu können und gleichzeitig den Kontakt zum Rest der Nachbarschaft zu halten. Ein Baum mit einer öffentlichen Bank wird in diese Terrasse integriert.
Barrierefreiheit und Komfort für alle Generationen
Das Gebäude wurde ohne Schwellen gebaut, um Personen mit eingeschränkter Mobilität den Zugang zu allen Räumen zu erleichtern. In Kombination mit der Möglichkeit, einen Aufzug einzubauen, kann das Gebäude von seinen Bewohnern in allen Lebenslagen genutzt werden. Die Wohnräume sind nach dem Verlauf der Sonne angeordnet: Tagesräume wie Küche, Wohnzimmer oder Esszimmer sind nach Westen/Südwesten ausgerichtet, die Schlafräume nach Osten/Nordosten. Alle elektrischen Netze sind abgeschirmt, um die Bewohner vor elektromagnetischer Strahlung zu schützen.
Flexible Gemeinschaftsräume
Um den Familien die Möglichkeit zu geben, bestimmte Angebote gemeinsam zu nutzen und zu teilen, wurde im Erdgeschoss ein multifunktionaler und modularer Raum geschaffen. Mit einem System von mobilen Trennwänden ausgestattet, kann er als gelegentlicher Arbeitsplatz (Künstleratelier, Proberaum, Freiberufler), Versammlungsort für die Bewohner, Kinderspielplatz oder Partyraum genutzt werden.
Gemeinsame Nutzung von Ressourcen
Um die ökologischen Auswirkungen zu reduzieren und die Flächen zu optimieren, sind drei gemeinschaftlich genutzte Bereiche im Gebäude geplant: ein Hobbyraum im Keller mit verschiedenen Werkzeugen, ein gemeinschaftlicher Waschraum mit einer einzigen Waschmaschine im Erdgeschoss und ein einziges Gartenhaus mit den Werkzeugen für die Pflege des Zier- und Gemüsegartens.
Ein gemeinsamer und umweltfreundlicher Garten
Der Zier- und Gemüsegarten ist für alle Bewohner des Gebäudes zugänglich und wird gemeinsam auf umweltfreundliche Weise gepflegt, d. h. ohne Pestizide, chemische Düngemittel usw. Durch die Kompostierung biologisch abbaubarer Abfälle wird der Boden gedüngt.
Integration in die Nachbarschaft
Dieses multifunktionale Gebäude ermöglicht harmonische Beziehungen nicht nur zwischen seinen Bewohnern, sondern auch mit der Nachbarschaft und fügt sich perfekt in die Dynamik des Bonnevoie-Viertels ein.
